Kulturelle Vielfalt schafft eine reiche und vielfältige Welt und stärkt dadurch Demokratie, Toleranz, soziale Gerechtigkeit und gegenseitigen Respekt.

- UNESCO Kommission e.V.

Unser Anliegen

Als bekannt wurde, dass in unmittelbarer Nachbarschaft zur Grundschule unserer Kinder eine Flüchtlingsunterkunft entstehen soll, hat sich eine kleine Gruppe Eltern gefunden, die an unserer Schule eine Willkommenskultur für die zu erwartenden Flüchtlinge etablieren möchte. Aus dieser kleinen Gruppe hat sich ein fester Kern von derzeit zehn Engagierten gebildet, die zu großen Teilen auch berufliche Erfahrungen im Bereich Kulturvermittlung, Wissenstransfer und Kommunikation sowie in Betreuung und medizinischer Behandlung von Flüchtlingen mitbringen.

Das wichtigste, was uns eint: Wir alle teilen die Werte von Toleranz, Solidarität und Mitmenschlichkeit, sowie die Neugierde auf andere Menschen und Kulturen.

Unser Anliegen als Elterninitiative besteht darin – nicht nur unsere eigenen Kinder – für die Themen Flucht, Asyl, Migration, Fremdsein, und Vertrauen zu sensibilisieren, Themen, die sie ihr Leben lang begleiten werden. Wir werben für eine Kultur der Offenheit, der Neugier und der Akzeptanz Fremden gegenüber. Hierfür gilt es eine entsprechende Atmosphäre an unserer Schule und in unserer Nachbarschaft zu schaffen. Für uns gehört dazu, sich über die geplante Flüchtlingsunterkunft zu informieren, uns im Vorwege mit den wahrscheinlichen Veränderungen im Viertel zu beschäftigen und uns ein Verständnis für die Situation der Ankommenden zu erarbeiten. Darüber hinaus suchen wir den Austausch mit anderen Engagierten und Institutionen.

Wir sind ...

…Eltern von Kindern der Loki-Schmidt-Schule, eine Vertreterin des Leitungsteams der Nachmittagsbetreuung (GBS), sowie eine Vertreterin der Schulleitung.

Die Loki-Schmidt-Schule ist eine Grundschule mit über 300 Kindern im Bezirk Hamburg Altona, an den Grenzen zwischen den Stadtteilen Ottensen, Bahrenfeld und Othmarschen.

Fakten gegen Vorurteile!

Auf der Welt waren Ende 2014 laut der UN 59,5 Millionen Menschen auf der Flucht. 86 Prozent der Flüchtlinge weltweit leben in Entwicklungsländern. Die allerwenigsten Flüchtlinge schaffen es nach Europa – weil sie in der Region bleiben wollen und auf baldige Rückkehrchancen hoffen, oder weil sie schlicht keine Möglichkeit haben, hierherzukommen.

Nur Ahnungslose sagen: »Wir können doch nicht die ganze Welt aufnehmen«

Richtig ist: Nur ein Bruchteil aller Flüchtlinge kommen nach Europa.

Kulturelle Vielfalt erhöht die Wahlmöglichkeiten, bereichert die menschlichen Fähigkeiten und Werte und ist deshalb Hauptantriebskraft nachhaltiger Entwicklung.

- UNESCO-Kommission e.V.

Projekte & Aktuelles

Projekttag Flyer

Rückblick

Lesung mit der Hamburger Kinderbuchautorin Kirsten Boie

Als bekannt wurde, dass in unmittelbarer Nachbarschaft unserer Grundschule unserer Kinder eine Flüchtlingsunterkunft entstehen soll, hat sich eine kleine Gruppe Eltern gefunden, die an unserer Schule eine Willkommenskultur für die zu erwartenden Flüchtlinge etablieren möchte: „Eltern4Holmbrook“

Am 17. September 2015 kam Kirsten Boie an unserer Schule. Dies war aufregend genug, eine so bekannte Hamburger Schriftstellerin in unserer Schule zu begrüßen. Aber dann sprach Frau Boie auch noch über ein aufregendes Thema, das im Moment jeden Tag in der Zeitung zu lesen, in den Nachrichten zu hören ist: viele Menschen aus unterschiedlichen Ländern kommen nach Hamburg, um hier zu leben. Weil sie meistens unfreiwillig aus ihrer Heimat weggegangen sind, in der Krieg, Hungersnot oder Verfolgung das Leben sehr schwer und gefährlich machen, sagt man, dass sie “auf der Flucht” sind. Oder wir nennen sie ganz allgemein “die Flüchtlinge”.

Weil ja nicht ganz einfach zu verstehen ist, was ein” Flüchtling” ist, und man ein dummes Gefühl im Bauch bekommt, bei der Vorstellung, dass auch Kinder dabei sind, die bei Sturm und Regen im Kalten in Zelten oder einfachen Häusern – den “Flüchtlingslagern” – wohnen, haben wir Kirsten Boie gebeten, uns die Geschichte von dem  Flüchtlingskind zu erzählen.

IMG_6004Und wir waren viele, die neugierig waren und das hören wollten. Über 400 Kinder waren wir, und zu vielen Kindern aus unserer Schule kam auch noch eine Mama oder ein Papa oder ein Onkel oder eine Tante mit. Und nicht nur von unserer Schule waren Kinder da. Auch aus der Schule Hirtenweg und der Elbschule kamen einige, so dass vorne auf der Bühne sogar eine Gebärdensprachdolmetscherin stand. An ihrem Gesicht konnte man stets die Stimmung aus der Geschichte ablesen: wenn es traurig wurde, machte die Frau ein trauriges Gesicht, und wenn es wieder fröhlich war, dann lachte sie.

Und in der Geschichte gab es viel Trauriges. Aber so ist es eben, wir möchten eigentlich lieber die schönen Seiten des Lebens hören. Und nun hörten wir vieles, das uns beschäftigt, und ein ungutes Gefühl macht: die Lieblingspuppe ist zurückgeblieben, es gab kaum Wasser und Essen, Mama weinte, Papa war traurig, weil er nicht arbeiten konnte. Aber in der Geschichte gab es auch schöne Momente, die hoffen lassen: Das Mädchen in der Geschichte hatte Eltern, die sie aus dem Kriegsland Syrien weg bringen konnten, sie konnten als ganze Familie zusammen bleiben. Sie hatten Glück, als der Schaffner im Zug sie weiter fahren ließ, obwohl sie keine Fahrkarte hatten. In Deutschland angekommen, bringt Klassenkameradin Emma der kleinen Syrerin Deutsch bei. Sie nimmt sie an die Hand und zeigt ihr Spiele, die man in Deutschland spielt. Und die sind gar nicht so anders als die, die man in Syrien spielt…
Der Lesungs-Tag mit all den in der Geschichte angerissenen Themen, die in erster Instanz von den Erzieherinnen und Erziehern des Nachmittags mit den Kindern unmittelbar im Anschluss an die Lesung bildnerisch mitverdaut wurde, sollte vorbereiten auf den Projekttag Flucht, der die Schülerinnen und Schüler der Loki-Schmidt-Schule am 18. September mit ihren Klassenlehrern im Unterricht beschäftigte.

Projekttag zum Thema Flucht
Nach der Lesung mit Kirsten Boie wurden am Nachmittag und dem folgenden Tag das Flüchtlingsthema mit den Kindern im Rahmen des Schulunterrichts aufgearbeitet. Dabei setzten alle Lehrerinnen und Lehrer andere Schwerpunkte, je nach Interessenlage ihrer Klassen. So gab es Klassen, in denen bereits Flüchtlingskinder aufgenommen wurden. Hier kam es darauf an, mit viel Sensibilität die Geschichte des unmittelbar betroffenen Kindes aufzunehmen, ohne es ungewollt herauszustellen.
Elternkaffee

In regelmäßigen Abständen fanden 2015/16 Elternkaffees zu verschiedenen Schwerpunktthemen statt.

Die Schulleitung, gemeinsam mit der Elterninititative informierte dabei über aufzunehmende Flüchtlingskinder, zu erwartende Veränderungen an der Schule, und beantwortete konkrete Fragen aus der Elternschaft.

Diese Elternkaffees ermöglichten die Begegnung und den Austausch zwischen geflohenen Eltern, gemeinsam mit Dolmetschern anderen interessierten Eltern der Schule, der Nachmittagsbetreuung und der Schulleitung.

Helfen & Spenden

Seit einigen Jahren organisieren wir regelmäßig Sammelaktionen an der Schule. Hierbei kollaborieren wir mit verschiedenen lokalen Initiativen, u.a. Hanseatic Help e.v. Neben der Koordination und Kommunikation mit der Schulgemeinschaft organisieren wir u.a. den Transport.

Zu den alljährlichen Aktionen für bedürftige Kinder gehören mittlerweile die Schuhkartonsammelaktion zu Weihnachten, die Schulranzen-Sammelaktion in den 4. Klassen, die Schultütenaktion, damit kein Kind bei der Einschulung ohne Schultüte da steht, genauso wie die Sammlung von Sachspenden zum Ende des Schuljahres, um bedürftige Kinder an unserer Schule mit notwendigen Schulmaterialien einzudecken.

Jedes Mal erfreuen wir uns einer regen Teilnahme der Schulgemeinschaft, und merken, dass helfen so einfach sein kann, wenn einfach getan wird. Denn selbst Kleinigkeiten können großes bewirken.

Zudem möchten wir auf die Nachbarschaftsinitiative “Die Holmbrooker” unter www.holmbrook.de hinweisen. Eine ehrenamtliche Initiative von über 200 Einzelpersonen und Vertretern der Kirchengemeinden Christuskirche Othmarschen und Tabita und anderer Flüchtlingsinitiativen in Hamburg, die sich engagieren für Flüchtlinge in Hamburg Othmarschen.

Sie möchten sich auch engagieren, haben Interesse an der Initiative oder Anregungen? Die Elterninitiative ist offen für neue Engagierte und dankbar für jede Unterstützung! Wir freuen uns von Ihnen zu hören: eltern[at]loki-vielfalt.de

Kennenlernen schafft Vertrauen